Die Wittelsbacher in der Gegenwart
Seit 1996 ist Herzog Franz von Bayern Familienoberhaupt des Hauses Bayern. Er ist der älteste Sohn Herzog Albrechts (1905 – 1996).
Herzog Franz ist ein kenntnisreicher und passionierter Sammler zeitgenössischer Kunst. Den Großteil seiner Sammlung moderner Kunst übergab er bereits 1984 an die Stiftung Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Die Gemälde und Grafiken werden heute in der Pinakothek der Moderne und in der Staatlichen Graphischen Sammlung in München der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seine umfangreiche Privatbibliothek zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts übergab er 2009 dem Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte.
Herzog Franz ist Mitglied des International Council des Museum of Modern Art in New York. Weiterhin gehört er zu den Gründern des Galerie-Vereins München, dem heutigen PIN., dessen Wirken durch die Eröffnung der Pinakothek der Moderne 2002 gekrönt wurde. In nahezu zweihundert, überwiegend sozial und kulturell ausgerichteten Organisationen engagiert sich Herzog Franz von Bayern zudem als Schirmherr, Kuratoriumsmitglied oder Förderer im In- und Ausland. Seine vielfältigen Repräsentationsaufgaben nutzt er, um besonderen Anliegen Gewicht zu verleihen.
Der jüngere Bruder von Herzog Franz wurde 1965 von Herzog Ludwig Wilhelm in Bayern adoptiert. Seither trägt er den Namen Herzog in Bayern. Er ist verheiratet mit Elizabeth Gräfin Douglas und Vater von fünf Töchtern: Sophie (*1967) Erbprinzessin von und zu Liechtenstein, Marie Caroline (*1969) Herzogin von Württemberg, Helene (*1972), Elizabeth (*1973) Herzogin in Bayern-Terberger, Maria Anna (*1975)Herzogin in Bayern-Freifrau von Maltzan. Herzog Max studierte in München und Zürich Betriebswirtschaft. Nach dem Tod seines Großonkels und Adoptivvaters Herzog Ludwig Wilhem in Bayern 1968 übernahm er die Leitung der Herzoglich Bayerischen Administration einschließlich des Herzoglich Bayerischen Brauhauses Tegernsee.
Ein besonderes Anliegen ist Herzog Max die Stiftung Augenklinik Herzog Carl Theodor, in der er 42 Jahre als Mitglied des Stiftungsvorstandes wirkte. Seit vielen Jahren ist er zudem zweiter Vorstand der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, die kulturelle und soziale Projekte in München unterstützt. Daneben hatte er verschiedene Aufsichtsrats- und Beiratsmandate inne. Ende 2014 zog sich Herzog Max weitgehend ins Privatleben zurück. Viele seiner administrativen Aufgaben und Ehrenämter übergab er inzwischen an seine Töchter.
Die bayerische Volksmusik ist Herzog Max bis heute eine Herzensangelegenheit. Damit tritt er in die Fußstapfen seines Vaters Herzog Albrecht und seines Großonkels, die sich beide intensiv der Wiederbelebung und Erhaltung der Volksmusik widmeten.
Prinz Luitpold von Bayern ist das einzige Kind von Prinz Ludwig von Bayern (1913 – 2008). Er ist mit Prinzessin Beatrix geb. Wiegand verheiratet. Das Paar hat fünf Kinder: Dr. Auguste Prinzessin zu Lippe-Weißenfeld PhD (*1979), Prof. Dr. rer.nat. Alice Prinzessin von Auersperg (*1981), Ludwig (*1982), Heinrich (*1986) und Karl (*1987).
Prinz Luitpold studierte in München Jura. Von 1976 an führte er die Geschäfte der Schloßbrauerei Kaltenberg und baute ein Netzwerk von Markenlizensierungen im In- und Ausland auf. Weiterhin gründete er das Kaltenberger Ritterturnier, das 1995 bis 2014 unter der Führung seiner Frau Prinzessin Beatrix stand und heute von seinem Sohn Prinz Heinrich geleitet wird. Im Jahr 2011 übernahm Prinz Luitpold die traditionsreiche Porzellanmanufaktur Nymphenburg in München.
Über die Jahre übte Prinz Luitpold zahlreiche Ehrenämter in der Wirtschaft aus. Heute ist er noch im Außenhandelsausschuss der IHK München/Oberbayern, im Vorstand der Familienunternehmer Bayerns sowie als Kuratoriumsvorsitzender beim Max-Planck-Institut für Ornithologie tätig. 2005 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Sein Sohn, Prinz Ludwig von Bayern (*1982) ist Jurist und führt die Stiftung Hilfsverein Nymphenburg. Seit 2011 engagiert er sich vor allem in Ostafrika. Mit dem Hilfsverein Nymphenburg arbeitet er dort in klassischen Hilfsprojekten wie der Sicherung von Ernährungsprogrammen. Außerdem hat er zusammen mit Partnern ein innovatives Ausbildungskonzept im IT-Bereich für junge Leute aus dieser Region gestartet. Nach seinem Onkel Herzog Max in Bayern und seinem Vater Prinz Luitpold von Bayern wird er die Nachfolge als Chef des Hauses Wittelsbach antreten.
Prinz Wolfgang ist der zweite Sohn Prinz Rassos von Bayern (1926 – 2011). Er ist in zweiter Ehe mit der Ärztin Dr. Tatiana Eames verheiratet. 2011 wurde die gemeinsame Tochter Flavia geboren. Zuvor war er mit Beatrice Gräfin Lodron-Laterano verheiratet, mit der er drei Söhne hat: Tassilo (*1992), Richard (*1993) und Philipp (*1996). Nach dem Studium der Volkswirtschaften in England absolvierte Prinz Wolfgang eine Offiziersausbildung bei der Bundeswehr. Bis 2005 setzte er neben seiner Tätigkeit in einer Bank seine Laufbahn als Reserveoffizier fort, zuletzt als Oberstleutnant und Bataillonskommandeur. Heute engagiert sich der Unternehmer als Schirmherr verschiedener militärhistorischer Organisationen sowie im Naturschutz und im jagdlichen Bereich.
Prinz Franz-Joseph von Bayern (1957 – 2022) war ein Sohn Prinz Rassos von Bayern (1926 – 2011). Er war Benediktiner und trug den Ordensnamen Pater Florian. Ab 1984 war er als Missionsbenediktiner in einem Nomadengebiet an der Grenze zu Äthiopien tätig. Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit hatte er dreißig Jahre lang am Aufbau von Brunnenanlagen, einer technischen Werkstatt, einer Kirche, eines Klosters und zweier Schulen gearbeitet. Unterstützt von der Universität Regensburg widmete er sich verstärkt der Entwicklung einer mobilen Schule für Nomadenkinder, die mit deren Familien mitziehen kann.
Prinz Christoph von Bayern (*1962) ist ebenfalls ein Sohn von Prinz Rasso von Bayern (1926 – 2011). Er ist staatlich geprüfter Landwirt und Forstwart. Mit seiner Ehefrau, Gudila Gräfin von Plettenberg-Lenhausen hat er drei Söhne und eine Tochter: Corbinian (*1996), Stanislaus (*1997), Marcello (*1998) und Odilia Maria (*2002).
Prinz Leopold von Bayern ist der erstgeborene Sohn von Prinz Konstantin (1920 – 1969). Er ist verheiratet mit Prinzessin Ursula geb. Möhlenkamp. Das Paar hat vier Kinder. Der älteste Sohn ist Dr. Manuel Prinz von Bayern (*1972), verheiratet mit Anna Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein und selbst Vater von drei Kindern – Leopold, Alva und Gabriel. Prinz Manuel folgen drei jüngere Geschwister: Maria del Pilar (*1978), Maria Felipa (*1981) Prinzessin von Bayern-Dienst und Konstantin (*1986).
Prinz Leopold wurde als professioneller Rennfahrer bekannt und war für verschiedene Automobilkonzerne tätig, vor allem seit den 1990er Jahren als Markenbotschafter für BMW International. Er engagiert sich als Schirmherr der Special Olympics, einer Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung. Daneben ist er Präsident des Fördervereins Special Olympics Bayern. Prinz Leopold ist Kuratoriumsmitglied der World Childhood Foundation, die von Königin Silvia ins Leben gerufen wurde. Seine Frau, Prinzessin Ursula ist Schirmherrin verschiedener Organisationen, darunter einer Montessorischule. Zudem engagiert sie sich für schwer kranke und sozial benachteiligte Kinder.
Prinz Adalbert von Bayern (*1944) ist der zweite Sohn von Prinz Konstantin (1920 – 1969). Er ist mit Prinzessin Sandra geb. Burckhardt verheiratet und lebt in München. Der Verbindung entstammen zwei Kinder: Bernadette Desirée (*1986) und Hubertus (*1989).